RUHR NACHRICHTEN

Montag, 3. April 2017

RUHR NACHRICHTEN

Fest-Saison endete mit brillanten Ideen eines Achtjährigen

Letzte Matinee der Mozart Gesellschaft Dortmund
Wann hat man schon einmal Gelegenheit, die erste Sinfonie von Mozart zu hören? Wohl nur bei der Mozart Gesellschaft. Die hat mit dem Werk des Achtjährigen gestern im Konzerthaus die Saison beende, in der sie ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert hat. Zu Gast waren in dieser sechsten Matinee Mozart-Freunde aus Ungarn. Die „Haydn Philharmonie“ hat ihren Sitz im Schloss Esterhazy in Eisenstad, wo Haydn wirkte. Und dessen Sinfonien Nr. 27 und 40 („Passione“) waren die Säulen des Programms.

Viel Temperament

Flott, hellwach und temperamentvoll musizierten die 19 Musiker unter der Leitung von Gérard Korsten. Da sah und hörte man in jedem Takt, wie viel Spaß es dem Orchester macht, Haydn zu spielen. Und das vor 30 Jahren von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker gegründete Ensemble hat auch eine gute Tonkultur, spielte sehr sensibel die langsamen Sätze. In der Trauersinfonie war so ein langer Satz das Eröffnungs-und Herzstück. Auf einfühlsame Klänge und Begleitkultur kam es auch in Adagio für Englischhorn und Streicher KV 580a von Mozart an. Solistin in diesem Fünf-Minuten-Werk war Stipendiatin Johanna Stier. Die 25-jährige hat schon einige Orchesterengagements – kein Wunder, denn sie hat einen wunderschönen Ton, der bei dem sonor klingenden Englischhorn besonders gut zur Geltung kam. Elegant klang das Oboenkonzert von Mozart mit Johanna Stier als Solistin. Mit langem Atem ließ sie die Melodien im Saal weit ausschwingen und verzierte die Musik überaus geschmackvoll. In der nächsten Saison gibt es ein Wiederhören mit dieser Stipendiatin, die Mitglied im Monet-Bläserquintett ist, das die Februar Matinee gestaltet. Und dann war da ja noch die erste Mozart-Sinfonie, Eröffnungswerk und Zugabe der Matinee – ein brillantes und mit viel Effekt herausgespieltes Zeugnis vom großen Talent des Salzburger Komponisten. JG


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