Ruhr Nachrichten

Donnerstag, 7. Dezember 2017

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Mozart und seine Freunde aus Prag
Aus Pilsen kommt nicht nur Bier, auch Musik. Und die Tschechen lieben Mozart

Die Tschechen haben Mozart verehrt, aber auch in ihrem Land gab es Komponisten, die ähnlich komponiert haben. Die Philharmonie Pilsen, ein Kammerorchester mit 35 Musikern, stellte bei der Matinee der Mozart Gesellschaft im Konzerthaus zwei Komponisten aus ihrer Heimat vor.

Die Ouvertüre von Anton Reicha war kompositionstechnisch kein großer Wurf, aber der Niederländer Jan Schultsz dirigierte sie tänzerisch-elegant und animierte das Orchester damit zu einem leichten, delikaten Ton. Mehr Esprit hatte die Sinfonia von Josef Myslivecek. Auch, wenn das Werk nur acht Minuten lang war, hört man, dass es ein böhmischer Mozart komponiert hat. Das Hauptwerk des Konzertes stammte natürlich von Mozart. Stipendiat Julian Pflugmann spielte das G-Dur Klavierkonzert K 453 mit großer Brillanz und einem guten Auge und Ohr für das Orchester. Einen wunderschönen Anschlag hat der Deutsch-Chinese – und große Ausdruckskraft. Nur das Mitsingen in den Kadenzen sollte er sich abgewöhnen. In einem Konzert der Dortmunder Philharmoniker wird man den 23-Jährigen wiederhören.

Mit der letzten der 104 Haydn-Sinfonien beendete die Mozart Gesellschaft das Jahr. Kraftvoll, in den beiden letzten Sätzen stürmisch, zeigten die Pilsener, wie viel beethovensche Wucht diese Sinfonie hat. von Julia Gaß


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