Ruhr Nachrichten

Tuesday 30. January 2018

Ruhr Nachrichten

Bratschistin spielte ein Festkonzert
Eine Hommage an Mozart.

Mozart war nicht nur Geiger und Pianist, sondern hat auch gerne Bratsche gespielt. Über das Geburtstagskonzert der Mozart Gesellschaft hätte er sich bestimmt gefreut: Einen Tag nach dem 262. Geburtstag des Komponisten stellte sich am Sonntag im Konzerthaus eine Bratschistin als Stipendiatin der Mozart Gesellschaft Dortmund vor: Anna Maria Wünsch spielte das Konzert von Mozarts Zeitgenosse Franz Anton Hoffmeister – ein Klassiker.

Ein Instrument, das sehr schön bratschig, also nasal, kling, hat die 22-jährige Studentin aus Essen. Und dass Anna Maria Wünsch auch über eine vorzügliche Fingertechnik verfügt, zeigte sie im spritzig herausgespielten Rondo-Finale. Den ersten Satz aus einer Reger-Suite gab's als Zugabe.

Richtig Glück hatte die Stipendiatin mit dem Orchester, denn das war eines der besten Ensembles, die seit langem in einer Mozart-Matinee aufgetreten sind. Zweimal hat das dogma chamber orchestra den ECHO-Klassik bekommen. Dieses Konzert haben die 24 Musiker unter Leitung von Konzertmeister und Ensemble-Gründer Mikhail Gurewitsch für eine CD und DVD aufgenommen. Und die rasanten Interpretationen von Mozarts Sinfonie KV 201 und Schuberts Fünfter hätte auch einen ECHO verdient. Im Stehen spielte das Ensemble, und deshalb besonders elanvoll und impulsiv. Durchweg in flotten Tempi und sehr klar ließ der Gründer am ersten Gegenpult seine Mitstreiter spielen. Und manchmal hörte man in besonderen Akzenten Details heraus, die sonst oft untergehen – wie die Horntöne im zweiten Satz der Schubert-Sinfonie. Schöner kann man Mozart nicht gratulieren.


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