Ruhr Nachrichten

Monday 12. March 2018

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Der Eroberer klang sanfter als gedacht
Im Saisonfinale der Mozart Gesellschaft gab ein anderer Komponist den Ton an.

Das hat es selten bei Konzerten der Mozart-Gesellschaft gegeben: eine Matinee ohne ein Werk von Mozart. Die Duisburger Philharmoniker spielten am Sonntag im Konzerthaus ein reines Beethoven-Programm. Sie lieferten aber Mozart, die "Figaro"-Ouvertüre, als Zugabe nach.
Mozart hätte jedoch auch der Stipendiatin Rosalía Gómez Lasheras mehr gelegen als Beethovens 5. Klavierkonzert, der "Emperor" (Eroberer), das so kraftvoll klingen muss, dass jeder hört, dass Beethoven damit Wegbereiter für die großen Klavierkonzerte der Romantik war. Die 24-jährige spanische Pianistin spielt sehr sorgfältig und feingliedrig, aber eben mehr im Mozart-Ton. Eine starke linke hat die Stipendiaten und viel Sinn für impressionistische Farben - was ihre Zugabe bewies und was der jungen Musikerin auch die Videoaufnahme zeigen wird, die die Mozart Gesellschaft ihr von diesem Konzert geschenkt hat. Beethovensche Wucht und Kraft lieferte dann eben das Orchester unter der Leitung von Joseph Bastian.
53 Musiker, die präzise zusammenspielen, waren aus Duisburg angereist. In der Ouvertüre zu „Die Geschöpfe des Prometheus“ faszinierte der glasklare Klang mit auf den Punkt genau herausgespielten Rhythmen. Beethovens Sinfonie-Erstling klang nach der Pause nicht ganz so perfekt, war flott und mit viel Elan musiziert. Aber über manche Details spielten die Streicher leider hinweg. Perfekt war dann wieder die „Figaro“-Ouvertüre, da hörte man, dass diese Mozart-Oper Repertoirestück in Duisburg ist.
* Julia Gaß


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