Beethovens fliegende Träume am Klavier

23. März 2015  —  Ruhr Nachrichten

Duisburger Philharmoniker und Sophie Pacini bei der Mozart Gesellschaft

Eine gute Akustik und ein ausverkauftes Haus kennen die Duisburger Philharmoniker nicht mehr seit sie in ihrem Ausweichquartier, dem Theater am Marientor, spielen. Gestern, bei der vorletzten Matinee der Mozart Gesellschaft im Konzerthaus, hörte und sah man beim Orchester und seinem temperamentvollen wie genauen Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi schon in Mozarts „Figaro“-Ouvertüre die pure Lust am Spielen und Klang.

Seine italienischen Wurzeln hatte der vorzügliche, unermüdlich inspirierende Dirigent mit der Solistin gemeinsam: Auch die 23-jährige Pianistin Sophie Pacini ist Halbitalienerin. Sie denkt in Bildern und beschreibt im Programmheft sehr schön, warum sie mit Beethovens viertem Klavierkonzert „Fliegende Träume“ verbindet.

Eine lyrische Pianistin mit viel Sinn für Poesie, die sich vorsichtig hineintastet in die Musik, ist die Stipendiatin der Mozart Gesellschaft.

Und ein Virtuosenherz hat sie auch: Im dritten Satz, in den Kadenzen des Beethoven-Konzerts und in der Zugabe, der sechsten Ungarischen Rhapsodie von Liszt hörte man das. Bellincampi ist nicht nur ein temperamentvoller und genauer Dirigent, sondern einer, der kluge Programme zusammenstellt. Weberns Bearbeitung von Bachs Ricerar war nicht nur ein nachträgliches Geburtstagsständchen für Bach, sondern auch eine gute Überleitung zu Mendelssohns Reformations-Sinfonie. Rund und voll klang die und dynamisch differenziert gespielt. Nach so was haben sich die Duisburger offenbar gesehnt.


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