Bruckner und ein Brasilien-Souvenir stachen Mozart aus

20. Oktober 2014  —  Ruhr Nachrichten

Matinee im Konzerthaus

Ausnahmsweise stand Mozart mal nicht im Mittelpunkt der Matinee der Mozart Gesellschaft gestern im Konzerthaus. Höhepunkte waren zwei Bs: Bruckner mit einem Adagio und die Brasilien-Zugabe der Salzburg Chamber Soloists, die vom gebürtigen Brasilianer Lavard Skou Larsen 1991 gegründet und von ihm vom ersten Geigenpult geleitet wurden.

Mit Tambourin-Einlage eines zweiten Geigers sorgte das Souvenir aus Brasilien für helle Begeisterung beim Publikum – ebenso wie der Tango danach. Und die Streichorchester-Bearbeitung von Bruckners Adagio aus dem Streichquintett war von 17 Salzburger Solisten so ruhevoll und schön gespielt, dass man als Zuhörer sehr einverstanden damit sein konnte, dass dieses Werk statt der angekündigten fünf Minuten eine Viertelstunde Spieldauer hatte. Eine gute Alternative für das Adagio von Barber ist das Werk.

Den Rahmen bildeten zwei Sinfonien: In der 28. Sinfonie von Mozart beeindruckte der elegante und im langsamen Satz sehr empfindsame Ton des Kammerorchesters. Die 52. Sinfonie von Haydn zu Beginn klang kerniger und harscher. Und das stimmte auf das fünfte Violinkonzert von Mozart ein.

Die Mozart Gesellschaft hatte schon bessere Stipendiaten als den erst 20-jährigen Benjamin Herzl. Robust und burschikos, zuweilen auch ohne rhythmische Festigkeit klang das, was er da auf der Geige machte. Einen schönen Mozartton hat Herzl nicht – obwohl er Salzburger ist. Er wirkte mehr wie ein Popmusiker mit Geige; technisch ist er sicher versiert – wie man in der Bravourzugabe hörte.


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