Trompeter war das Glanzstück der Nikolaus-Matinee

07. Dezember 2015

Da hat Gabriel Feltz einen guten Tausch gemacht: Das ehemalige Orchester des Dortmunder Generalmusikdirektors, die Stuttgarter Philharmoniker, spielten gestern die Nikolaus-Matinee der Mozart Gesellschaft im Konzerthaus. Und es klang stellenweise so verschlafen, als hätte das Orchester die Nacht im Reisebus verbracht. Nur das Finale von Mendelssohns „Italienischer Sinfonie“ wirkte wacher und zündender.
 

Stipendiat Markus Czieharz war der beste Musiker auf der Bühne. Der 20-jährige Trompeter blies Haydns Es-Dur-Konzert mit einem makellos schönen Ansatz, sehr musikalisch und differenziert. Einen strahlenden Ton hat der junge Musiker und eine perfekte Technik.
 

Weil Haydn das Konzert 1796 für die gerade neu erfundene Klappentrompete komponiert hatte und damit deren neue spieltechnischen Möglichkeiten vorstellen wollte, kann ein Solist vor allem in den schnellen Sätzen seine ganz Virtuosität ausspielen. Das tat Markus Czieharz mit Bravour!
 

Das Orchester eröffnete das Konzert mit Mozarts 33. Sinfonie, spielte mit kleiner Besetzung von knapp 60 Musikern routiniert, aber nicht mit übermäßig viel Herz und Elan.
 

Der chinesische Gastdirigent Muhai Tang zeigte am Pult mehr Emotionen, dirigiert suggestiv, aber ohne Taktstock. In der „Italienischen Sinfonie“ von Mendelssohn nach der Pause hatte er es deshalb schwer, alle Streicher – vor allem die Geigen – zusammenzuhalten. 
 

Aber im Saltarello des Finales war das Orchester dann endlich hellwach und spielte so mitreißend, wie man es von anderen Orchestern der Mozart Gesellschaft gewohnt ist. Ruhr Nachrichten JG


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