Frischer Wind mit der Klarinette

29. Februar 2016

Unter den Mozart-Orchestern ist das Mannheimer Mozartorchester eines der besten. Erst im Mozart Jahr 2006 gegründet, spielt es auch ohne Dirigenten launig, mitreißend und präzise. Bei der vorletzten Matinee der Mozart-Gesellschaft gestern im Konzerthaus begleiteten die nur 21 Musiker den Klarinettisten Nemorino Scheliga. Und der 20-jährige Dortmunder, der jetzt in Stuttgart studiert, ist der bislang beste Stipendiat der Mozart Gesellschaft in dieser Saison. Die Spielfreude hörte man ihm an im Konzertsatz von Franz Xaver Süßmayr. Mit einem eleganten, geschmeidigen Ton und fabelhafter Technik blies er dieses Allegro. – Schade, dass Süßmayr den Satz nicht zu einem Klarinettenkonzert zu Ende komponiert hat. Der Mannheimer Mozart war Johann Wenzel Stamitz, und dessen Klarinettenkonzert ist ein Kleinod, das Scheliga mit langem Atem blies und es sehr frisch klingen ließ. Großartig. Ein interessantes Programm hatten die Baden-Württemberger dabei: Mit der Ouvertüre zur Oper „Olympie“ vom Mozart-Zeitgenossen Joseph Martin Kraus eröffneten sie spritzig das Konzert. Und mit Haydns Sinfonie „Die Henne“ beendeten sie es. Einen kernigen, vollen Ton hat das vom Konzertmeister geleitete, kleine Kammerorchester, um allerdings die Hühner gackern zu hören in dieser Sinfonie, brauchte das Publikum schon viel Fantasie. Ruhr Nachrichten JG


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