Ruhr Nachrichten

23. Mai 2016

Wie wäre Mozart wohl mit 60 Jahren gewesen? Was hätte er komponiert? Und wie? Diesen Fragen ging Matthias Schulz, designierter Intendant der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und ehemaliger Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum Salzburg, gestern in seinem Festvortrag zum 60-jährigen Bestehen der Dortmunder Mozart-Gesellschaft im Konzerthaus Dortmund nach. Die Mozart-Gesellschaft steht mit 60 Jahren blendend da. Rund 600 Mitglieder und Förderer unterstützen den Verein, der 119 junge Musiker in den 60 Jahren als Stipendiaten gefördert hat.

Dank an Peter Wiegmann

„60 Jahre sind ein Moment zum Innehalten und für einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft", so Peter Eiteneyer. Der Vorstandssprecher der Mozart-Gesellschaft dankte auch dem Ehrenvorsitzenden: "Lieber Peter Wiegmann. Die Mozart-Gesellschaft ist, wie sie sich heute darstellt, Dein Lebenswerk." Drei Stipendiaten aus drei Jahrzehnten gestalteten das Festkonzert. Den größten Eindruck hinterließ der wunderbare, 30 Jahre junge Klarinettist Sebastian Manz. Der Stipendiat des Jahres 2007 breitete samtweich, mit ausnehmend schönem Ton und sehr musikalisch Mozarts Klarinettenkonzert aus.

Energisch und kraftvoll

Jüngster Stipendiat in dem Trio war der 22-jährige Hornist Marc Huber, Stipendiat des Jahres 2012, der kraftvoll das erste Hornkonzert von Mozart blies. Das passte zur ältesten Solistin, Geigerin Susanna Yoko Henkel, die die Mozart-Gesellschaft 1999 gefördert hat. Energisch und mit forschem Strich spielte sie das Violinkonzert von Mendelssohn. Als Geste der Nachwuchsförderung hatte die Mozart-Gesellschaft ein Laienorchester, das Studentenorchester des Orchesterzentrums NRW, mit der Begleitung der Solisten betraut. Dirigent Giordano Bellincampi konnte da nicht viel retten: Alle Werke klangen leb- und lieblos heruntergespielt und nicht nur un-, sondern nullmusikalisch. Sehr schade für die Solisten.

J.G.


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