Ruhr Nachrichten

28. November 2016

Zwei Stipendiaten ehrten Mozart zu dessen 225. Todestag
Letzte Matinee des Jahres im Konzerthaus 

Manchmal liegt das Gute so nah: Mit der Dortmunder Harfenistin Liv Hansen hat die Mozart Gesellschaft 2009 einen echten Glücksgriff getan. Gestern spielte die Tochter von Frauke Hansen, Soloklarinettistin der Dortmunder Philharmoniker, bei der letzten Mozart Matinee des Jahres im Konzerthaus Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester. Nicht nur mit dem Orchester harmonierte die 22-jährige Dortmunderin perfekt, auch mit der zweiten Solistin, der 23 Jahre jungen Flötistin, Anissa Baniahmad, Stipendiatin 2015 der Mozart Gesellschaft. Große Souveränität, viel Musikalität und einen sehr schönen, großen vollen Ton hat Liv Hansen, die in Düsseldorf Harfe studiert. Zum zarten und klaren Flötenton von Alissa Baniahmad passte das wunderbar.
Idyll der schönen Klänge
Das Orchester, die Polnische Kammerphilharmonie Sopot, war vor zwei Monaten eingesprungen für das Arcos Orchestra New York. Ehrenwert, dass die Polen das Programm komplett übernommen haben, aber die Stärken des von Wojciech Rajski 1982 gegründeten Kammerensembles liegen mehr im spätromantischen Repertoire als bei Mozart und Beethoven. Im Idyll für Streichorchester von Leos Janácek hörte man besonders gut, was für einen schönen Klang das Orchester hat. Da spielten die 18 Streicher in Adagio und Fuge von Mozart (zum 225. Todestag des Komponisten am 5. Dezember) und die „Große Fuge“ von Beethoven nicht ganz so strukturiert, präzise und tonschön.
Debatten über Beethoven
Bläser aus der Region hat das Orchester für das Konzert engagiert – ein perfekt aufeinander eingespieltes Ensemble klingt anders. Besser war die Streichersinfonie von Mendelssohn, sensibel und behutsam gespielt wie das Werk eines Mozarts der Romantik. Das zu lange, zweieinhalbstündige Programm sprengte den Rahmen einer Matinee. So gingen auch einige Zuschauer in der Pause. Und nach langem Hin und Her, ob das Orchester die Fuge von Beethoven weglassen soll, um die Matinee zu verkürzen, setzten sich einige Besucher dafür ein, sie im Programm zu lassen. Wieder strömten vor diesem Werk Zuschauer aus dem Saal. So ein Durcheinander war schade. JG


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