Ruhr Nachrichten

23. Januar 2017

Mozart-Fest auf 264
Matinee

Nur Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart haben Konzerte für mehr als zwei Klaviere und Orchester komponiert. Man hört diese Werke selten im Konzert – kein Wunder, denn es ist viel Aufwand, einen dritten Flügel zu beschaffen, weil die meisten Konzerthäuser nur zwei große Instrumente haben, und der Part des dritten Klaviers im Konzert von Mozart ist undankbar und sehr leicht.
Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat ihn 1981 im Trio mit Justus Frantz und Christoph Eschenbach auf einer Schallplatte gespielt. In der Matinee der Mozart Gesellschaft opferte sich gestern im Konzerthaus Matthias Kirschnereit. Zuvor glänzte der Professor aus Rostock, der 1987 Stipendiat der Mozart Gesellschaft war, in Mozarts A-Dur Klavierkonzert. Wunderschön ausgesungen an den Tasten war der zweite Satz, in dem Kirschnereit viele schöne Zwischentöne fand. Und in der Final-Kadenz überraschte er mit einem Zitat aus Mozarts „Alla Turca“-Sonate.
Im Mittelpunkt der Matinee stand die neue Stipendiatin Magdalena Müllerperth. Mit ihr hat die Mozart Gesellschaft einen Glücksgriff getan: Butterweich, aber sehr klar ist der Anschlag der 24-jährigen, die sorgfältig musikalische Phrasen ausspielt. Ein Stpendiaten-Treffen war das Mozart-Fest auf 263 Tasten, fünf Tage vor dem 261. Geburtstag Mozarts: Im Konzert für zwei Klaviere und Orchester bekam Müllerperth Unterstützung von Annika Treutler, Stipendiatin 2010. Die beiden Damen spielten perfekt zusammen. Die zwei Jahre ältere Annika Treutler, Schülerin von Matthias Kirschnereit, ist die resolutere Pianistin; allerdings muss sie sich das laute Umblättern der Noten noch abgewöhnen.
Das Deutsche Kammerorchester Berlin begleitete mit 20 Musikern unter Leitung von Konzertmeister Gabriel Adorjan im Stehen, aufmerksam und mit gutem Auge und Ohr für die Solisten.


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