Ruhr Nachrichten Presserezension

Montag, 4. Oktober 2021

Ruhr Nachrichten Presserezension

Die Mozart Gesellschaft hat die Saison mit drei großen Werken eröffnet

Drei große Werke, ein gutes Orchester und ein toller Stipendiat als Solist: Die Saison der Mozart Gesellschaft ist am Sonntag sehr gut gestartet.
Werke von Schumann hört man in den Mozart Matineen selten, aber Mozart hat nun mal kein Cellokonzert geschrieben. Aber Stipendiat Hugh Mackay spielte das Werk fast im Mozart-Ton – zumindest mit Mozart im Herzen. Im ersten Satz klang das noch etwas vorsichtig, dafür aber im langsamen Satz wunderschön sanglich. Und dass der junge Schotte auch eine brillante Technik hat, zeigte er im mitreißend gespielten, dabei aber sehr sorgfältig ausgeformten Finalsatz.
Auch das Orchester, die Bremer Philharmoniker unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Marko Letonja, liebten rasante Tempi in den Finalsätzen. In Beethovens vierter Sinfonie am Schluss machten sie das Allegro zu einem rasanten Sturmlauf, aber mit höchster Präzision, vor allem von den ersten Geigen gespielt. Zuvor hatten die Philharmoniker im ersten Satz gezeigt, dass die vierte Sinfonie einen gewichtigen Platz zwischen der Eroica und der Schicksals-Fünften hat und nicht nur die „Schlanke Maid“ ist, die Schumann in der Beethoven-Sinfonie sehen wollte. Mozart stand am Beginn der Saison, die „Prager“-Sinfonie – mit dichtem Klang von nur 36 Musikern, die eine raffinierte, versetzte Aufstellung hatten, gespielt. *JG


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