Ruhr Nachrichten Presserezension

Montag, 13. September 2021

Ruhr Nachrichten Presserezension

Mozarts „Kleine Nachtmusik“ hatte 18 Monate Verspätung

Seit März 2020 haben die Abonnenten der Mozart Gesellschaft auf die Matinee gewartet, die nun endlich am Sonntag nachgeholt wurde. Noch vor der ersten der sechs neuen Matineen dieser Spielzeit spielte das Deutsche Kammerorchester Berlin im Konzerthaus ein Programm, zu dem auch Mozarts bekanntestes Werk, die „Kleine Nachtmusik“ und zwei Jugendwerke gehörten. Forsch, temperamentvoll und sehr flott spielten die 16 Streicher im Stehen die „Nachtmusik“.
Diesen Schwung nahm das Hauptstadt-Orchester, das sich im Mauerfall-Jahr 1989 gegründet hat, mit in Mozarts erstes Flötenkonzert. Solistin war die junge Polin Zofia Neugebauer. Zwischen den beiden rasant und mit viel Esprit geblasenen schnellen Sätzen beeindruckte die Stipendiatin der Mozart Gesellschaft seit 2018 mit einem sehr gefühlvoll und empfindsam geblasenen Adagio.
Nach der Pause dann die Jugendwerke: ein Sinfoniesatz des 14-jährigen Mendelssohn, in dem das Orchester betonte, wie stark sich Mendelssohn von Barockmusik inspirieren ließ, und die Sinfonie Nr. 13 des 15-jährigen Mozart. Da hatte der Konzertmeister in sehr rasanten Tempi (auch in der Zugabe, dem Finale aus Mozarts A-Dur Sinfonie) aber Mühe, das ansonsten kleine, aber feine Orchester zusammenzuhalten. *JG


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