Ruhr Nachrichten Presse Mozart Matinee 7. April 2019

Monday 8. April 2019

Ruhr Nachrichten Presse Mozart Matinee 7. April 2019

Sternstunde mit einem 17-Jährigen
Der junge Stipendiat Robert Neumann begeistert in der Mozart Matinee

Das Beste oder besser der Beste kam bei der Mozart Gesellschaft am Schluss:
Der erst 17 Jahre junge Pianist Robert Neumann beendete am Sonntag im Konzerthaus die Saison der Mozart Matinee, und den Namen dieses Stipendiaten sollte man sich unbedingt merken. Mozart hat sein „Jeunehomme“-Klavierkonzert für eine junge Virtuosin geschrieben, und als junger, technisch brillanter Interpret präsentierte sich auch der junge Stuttgarter in diesem Werk. Einen sehr klaren, manchmal noch etwas harten Anschlag hat Neumann, aber auch viel Gefühl. Wunderbar tauschte er in die dunkle Stimmungswelt des langsamen Satzes ein und zeigte im Rondo-Finale, dass Mozarts Musik zwar impulsiv klingen kann, dabei aber sehr sorgsam ausgeformt sein sollte. Und Poesie kann der junge Stipendiat auch hervorragend vermitteln: Als Zusage imponierte er mit der wunderschön ausmusizierten Transkription von Schuberts Lied „Leise flehen meine Lieder“.

Ein Raunen im Parkett

In dem vor 55 Jahren gegründeten Georgischen Kammerorchester, das seit fast 20 Jahren in Ingolstadt beheimatet ist, hatte der Stipendiat einen hervorragenden Begleiter. Auch dieses Ensemble gehörte zu den besten Orchestern, die in dieser Saison zu Gast bei der Mozart Gesellschaft waren. Drei Werke, in denen es auf spätromantische Emphase ankommt, dirigierte Ruben Gazarian, ein so temperamentvoller wie sorgsamer Orchesterleiter. Das Intermezzo des Österreichers Franz Schreker ist um 1900 noch im Stil von Tschaikowskys Streicherserenaden komponiert. Mit der Serenade beendete das Orchester die Matinee – mit nur 20 Streichern gestochen klar und mit großer Klangkultur gespielt.
Beim berühmten Walzer-Satz ging ein Raunen durchs Parkett – vom Dirigenten mit einem Lächeln zum Publikum quittiert. Die Serenade von Elgar zuvor war introvertiertere Musik, aber wunderbar mit in sich ruhenden Klängen gespielt.
Mit der Matinee am 6. Oktober eröffnet die Mozart Gesellschaft Dortmund die neue Saison. *Julia Gaß


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