Ruhr Nachrichten Presse Mozart Matinee 19. Januar 2020

Monday 20. January 2020

Ruhr Nachrichten Presse Mozart Matinee 19. Januar 2020

Klaviermusik klang wie ein Wasserfall
Die Mozart Gesellschaft bot ein Wiederhören mit einem Ex-Stipendiaten

Es ist immer wieder schön, wenn das Publikum bei den Matineen der Mozart Gesellschaft erlebt, wie sich ehemalige Stipendiaten entwickelt haben.
In der vierten Matinee gab es am Sontag im Konzerthaus ein Wiederhören mit Joseph Moog, der 2008 Stipendiat war. Aus dem 32-jährigen Pianisten ist ein fantastischer Virtuose geworden.
Tschaikowskys berühmtes erstes Klavierkonzert spielte er mit einer lässigen Souveränität, einer großartigen Perfektion in den Läufen und Tonkaskaden, die vor allem im rasant schnell gespielten Finale wie ein Wasserfall sprudelten. Aber Moog ist auch ein sehr musikalischer Pianist, der auch ein gutes Auge und Ohr für das Orchester, die Württembergische Philharmonie Reutlingen, hatte.
Mit einer Liszt-CD sorgt er gerade für Aufsehen; bei der Mozart Gesellschaft beeindruckte Moog mit einem sehr poetischen Spiel – auch in der Zugabe, einer „Etude Tableaux“ von Tschaikowskys Bewunderer Rachmaninow.
Das Alibi-Werk aus der Feder des Namensgebers Mozart war in dieser Matinee die Ouvertüre zu „Don Giovanni“, von den Schwaben mit Präzision gespielt.
Chefdirigent Fawzi Haimor, ein 37-jähriger Amerikaner, führte sein Orchester, das er seit 2017 leitet, mit eleganten Bewegungen.
Aber Beethovens „Eroica“ war sehr langsam und dadurch spannungsarm gespielt. Besonders der vierte Satz grenzte an musikalisches Buchstabieren. *Julia Gaß


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