RUHR NACHRICHTEN PRESSEREZENSION MOZART MATINEE 13. JANUAR

Monday 14. January 2019

RUHR NACHRICHTEN PRESSEREZENSION MOZART MATINEE 13. JANUAR

Geigen-Jungstar traf auf ein Top-Ensemble
Sophie Wang und Chaarts imponierten in der Mozart-Matinee.
Auch mit Kondition


Mit ihren 19 Jahren ist Sophie Want eine der jüngsten Stipendiatinnen der Mozart Gesellschaft. Dass sie auch eine der talentiertesten ist, zeigte die in Taiwan geborene Geigerin am Sonntagvormittag in der vierten Mozart-Matinee im Konzerthaus Dortmund. Sie begann mit der Zugabe, bzw. einem Werk, das andere Geiger gerne als Zugabe spielen – wenn sie eingespielt sind. Die Bravour-Variationen über das irische Volkslied „Die letzte Rose“ von Heinrich Wilhelm Ernst stehen Virtuosenwerken von Paganini in nichts nach: Pizzicati mit der linken Hand, die gleichzeitig mit rasant gestrichenen Läufen erklingen, lupenreine Flageolett-Töne und viele andere Kunststückchen auf dem Geigen-Griffbrett beherrschte die junge Stipendiatin mit schlafwandlerischer Sicherheit und spielte sie zudem blitzsauber. 


Viel Ausdruck 


Viel Kondition hat die Geigerin, und musikalisch ist sie auch: Mit den Vier Jahreszeiten-Violinkozerten von Vivaldi krönte sie ihr Stipendiatenkonzert. Wunderbar integrierte sie ihr Spiel in den schlanken Orchesterklang und musiziert mit ganz viel Ausdruck und Farbenreichtum. Da klang der Winter wirklich so harsch, wie knirschender Schnee unter den Stiefelsohlen und der Sommer federleicht und mit Sorgfalt empfindsam ausmusziert.

Digitale Noten

Im Ensemble „Chaarts“, das 2010 ehemalige Mitglieder des im Konzerthaus gut bekannten Mahler Chamber Orchestra gegründet haben, hatte die Geigerin den besten Partner, den sie sich wünschen konnte. Mit nur elf Musikern spielten die Schweizer im Stehen mit viel Enthusiasmus und Energie und ein Concerto grosso von Francesco Geminiani und das Divertimento KV 138 von Mozart – in umgekehrter Reihenfolge, als es im Programmheft stand. Das hätten die Musiker vielleicht vorher ankündigen können.
Auf den Notenständern der Orchestermusiker standen keine Papiernoten mehr, sondern Tablets mit digitalen Noten. Dass ist wohl die Zukunft, zumindest für kleine Ensembles und in Werken, in denen die Musiker ihre Stimmen nicht mit Bleistiftanmerkungen versehen müssen.
Solistin und Ensemble dankten gemeinsam mit einem Satz aus Mozarts Divertimento KV 136.


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