Ruhr Nachrichten

Monday 19. February 2018

Ruhr Nachrichten

Musik wie aus Monets Malkasten

Ein Bläserquintett als Mozart-Stipendiat kam nicht bei allen gut an

Zum ersten Mal hat die Mozart Gesellschaft ein Ensemble zum Stipendiaten ernannt. Aber ein Kammerkonzert, das damit bei einer Mozart-Matinee verbunden ist, kommt offenbar bei den Mitgliedern nicht so gut an als ein Sinfoniekonzert mit einem Solisten. Deshalb blieben am Sonntag im Konzerthaus viele Plätze leer.
Das 2013 gegründete Monet-Bläserquintett besteht aus fünf jungen Musikern, die alle schon zwischen 2012 und 2015 Stipendiaten der Mozart Gesellschaft waren. Und Anissa Banihamad (Flöte), Johanna Stier (Oboe), Nemorino Scheliga (Klarinette), Marc Gruber (Horn) und Theo Plath (Fagott) sind nach nur fünf Jahren schon wunderbar aufeinander eingespielt, haben alle fünf einen blitzsauberen Ton und eine ähnliche Art zu musizieren.
Aber das Repertoire für diese Besetzung ist eben nicht so mitreißend wie sinfonische Musik. Anton Reicha war der Vielschreiber von Bläserquintetten. Entsprechend effektvoll war sein Es-Dur Werk mit kessen Dialogen zwischen den Instrumenten im Menuett und sehr dankbaren Passagen für den Hornisten.
Auch Paul Taffanel hat gelungen für die Besetzung komponiert. Farbenreich war sein g-Moll-Werk am Schluss des Konzerts. Das kam dem farbigen Spiel des Monet-Quintetts, das sich ganz bewusst nach einem Maler benannt hat, entgegen.
Mozarts Harmoniemusiken aus der „Zauberflöte“ und „Cosi van tutte“ haben ebenfalls Esprit; sie sind aber als Freiluftmusikern wirkungsvoller als in einem Konzertsaal.
Gustav Holst, der Komponist der berühmten Orchestersuite „Die Planten“ konnte mit Kammermusik weniger anfangen. Sein Quintett plätscherte vor sich hin – da konnten auch fünf gute Musiker nicht mehr viel retten. *Julia Gaß


Facebook