RUHR NACHRICHTEN – BRAHMS REQUIEM

5. November 2018

Peter Wiegmann hat seine Partitur vollendet
Das Memoriam-Konzert im Konzerthaus Dortmund war ein Dortmunder Projekt

Peter Wiegmann, der Ehrenvorsitzende der Mozart Gesellschaft, wusste schon immer genau, was er wollte. Auch sein Abschiedskonzert hatte der im April mit 81 Jahren verstorbene Kultur-Förderer und langjähriger Kopf der Mozart Gesellschaft, vor seinem Tod genau geplant: Er hat sich nicht das Requiem von Mozart gewünscht, sondern das „Deutsche Requiem“ von Brahms, das keine Totenmesse ist, sondern den Hinterbliebenen, „denen, die da Leid tragen“, Trost und Zuversicht spenden soll. Ein „Dortmunder Projekt“, mit Mitwirkenden aus dieser Stadt, sollte das Memoriam-Konzert sein. Am Freitag erfüllte die Mozart Gesellschaft im Konzerthaus Peter Wiegmann diesen Wunsch.
„Peter Wiegmann hat sich die Partitur für sein Leben vollständig selbst geschrieben“, fasst Verleger Lambert Lensing-Wolff als Patenkind des Verstorbenen seine sehr persönliche, schöne Gedenkrede zusammen: „Er hat die Freiheit geliebt. Er war ein eigener Charakter und einer der hilfsbereitesten Menschen, die mir je begegnet sind.
So wie Lambert Lensing-Wolff behalten viele Peter Wiegmann in Erinnerung. Familie, Freunde und Kulturschaffende aus Vereinen und Verbänden, die Peter Wiegmann großzügig unterstützt hat, waren zu diesem Abschiedskonzert mit anschließendem Empfang gekommen. Spuren hat der Unternehmer und Musikfreund in Dortmund viele hinterlassen. Nicht nur bei der Mozart Gesellschaft.
Die Aufführung des Brahms-Requiems mit den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Motonori Kobayashi hatte eine sonnige, optimistische Grundstimmung. Auch die passt gut zu Peter Wiegmann. Der 100 Stimmen starke Bachchor an St. Reinoldi (Einstudierung Ansgar Kreutz) traf – zwei Wochen vor seiner Aufführung von Mendelssohns „Paulus“ in St. Reinoldi – den romantischen Ton des Werks und imponierte mit einer ausgewogenen Besetzung und einer starken Tenor Gruppe. Flott, mit vielen Legato-Klängen, aber energievoll, legte Kobayashi die sieben Sätze an. Stolz darf die Mozart Gesellschaft auf die Entwicklung ihrer früheren Stipendiatin Lavinia Dames sein; ihr Sopran hat viel Farbigkeit, klang weich und fast so lyrisch wie der Bariton von Dmitri. Ein schöner Abend, der allen im Saal Raum für Erinnerung an Peter Wiegmann gab. *Julia Gaß


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