Ruhr Nachrichten „Mensch Mozart“

7. Mai 2018

Eine Hommage an den Menschen Mozart 
Der Schauspieler Günther Maria Halmer las bei der Mozart Gesellschaft aus den Briefen 

Auf die „Spuren eines Genies“ begab sich der Schauspieler Günther Maria Halmer mit einer musikalischen Lesung, die am Sonntag bei der Mozart-Gesellschaft im Konzerthaus gut angekommen ist. Der Mensch hinter dem Komponisten Mozart habe ihn bei der Auswahl von einigen der 2500 Briefe, die Mozart in den 36 Jahren seines kurzen Lebens geschrieben hat, am meisten interessiert, sagte der bekannte Fernsehschauspieler. Und so klang aus den Rezitationen des 75-Jährigen die Aufgewecktheit und Ausgelassenheit, das Einfühlvermögen, der Humor, aber auch die große Ernsthaftigkeit des Salzburgers heraus. Sehr schön ausgewählt zu den Briefen, die Halmer chronologisch, Mozarts Lebensgeschichte folgend, las, waren die musikalischen Intermezzi. Das Klenze Streichquartett und Klarinettist Nemorino Scheliga, ein ehemaliger Stipendiat der Mozart-Gesellschaft, spielten 15 Auszüge aus neun Werken aus fast allen Schaffensperioden des Komponisten – von der Oper bis zur Kammermusik. Vorwiegend waren es populäre Werke wie die Bearbeitungen aus der „Zauberflöte“ oder ein Satz aus der „Kleinen Nachtmusik“. Im Zentrum stand das Klarinettenquintett, wunderschön weich und mit viel Ausdruck geblasen von Nemorino Scheliga. Sehr schön versetzte sich Halmer mit vielen Farben in seiner Stimme in Mozarts Lebenssituationen hinein, las verschmitzt die humorvollen Briefe an das „Bäsle“ und des erst Elfjährigen von einer Italienreise an die Mutter, mit sonorer Stimme den Brief an den Vater nach dem Tod der Mutter und die kecken Zeilen an Ehefrau Constanze. Nur am Schluss stimmte Halmers Quelle nicht ganz: Mozart starb während der Arbeit am „Lacrimosa“ im Requiem und nicht beim „Confutatis“. 

Gedenken an Peter Wiegmann
Die Matinee begann mit einer Gedenkminute für den am 15. April verstorbenen Ehrenvorsitzenden der Mozart Gesellschaft, Peter Wiegmann. Das Gedenkkonzert ist nun terminiert. Am 2. November, 19.00 Uhr, dirigiert Motonori Kobayashi im Konzerthaus die Dortmunder Philharmoniker. Es erklingt das Deutsche Requiem von Brahms. Sopranistin ist Lavinia Dames.


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