Frauen-Power in der Mozart Matinee
Die Schwestern Hack spielten mit Claire Wells und der Rheinischen Philharmonie im Konzerthaus Dortmund. Es war ein umjubeltes Heimspiel.
Beethovens Tripelkonzert steht selten auf Konzertprogrammen, weil es schwer aufzuführen ist. Denn man braucht drei Solisten, die gut aufeinander eingespielt sind. Die Mozart Gesellschaft Dortmund hatte das Glück, in ihrer vierten Matinee am Sonntag im Konzerthaus Dortmund zwei Schwestern und zwei ehemalige Stipendiatinnen zusammenzubringen.
Mit der südkoreanischen Dirigentin Shiyeon Sung am Pult des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie bildeten Anouchka und Katharina Hack (Cello und Klavier) sowie Geigerin Claire Wells ein traumhaftes Frauen-Quartett. Wenn man nun versucht, etwas typisch Weibliches in dieser gelungenen Interpretation zu finden, mag das nach Klischee klingen. Aber: Bei einem Männerquartett hätte das Werk ganz sicher anders geklungen.
Sehr gefühlvoll, sanglich und dicht ausgefüllt, mit viel Seele und schönem Ton gespielt, dabei sorgsam geformt klang dieser Beethoven. Die 29-jährige Anouchka Hack, Mozart-Stipendiatin seit 2018, und ihre zwei Jahre ältere Schwester Katharina Hack sind ein eingespieltes Duo, aber auch das Zusammenspiel der in diesem Werk tonangebenden Cellistin mit der 25-jährigen Amerikanerin Claire Wells, Stipendiatin 2023, an der Geige wirkte in den von allen souverän gespielten virtuosen Passagens so, als würden beide lange zusammenspielen. Für die Hack-Schwestern war dies zudem ein Heimspiel im ausverkauften Haus: Sie sind Töchter von Hauke Hack, Cellist der Dortmunder Philharmoniker. Die Zugabe war „Helix“ von Katharina Hack.
Das Orchester aus Koblenz hat bereits vor zwei Jahren in Dortmund imponiert. Nach der höchst präzise gespielten „Zauberflöten“-Ouvertüre von Mozart zu Beginn begeisterten die nur 56 Musiker in Schumanns „Rheinischer Sinfonie“ mit hymnischen Jubelklängen zu Beginn, aber auch erdigen Samtklängen im zweiten Satz mit den fünf Hörnern. Für Schumann war die Sinfonie eine glänzende Visitenkarte als neuer Musikdirektor in Düsseldorf, für die Mozart Gesellschaft ein schöner Beitrag zum Jubiläum.
* Julia Gaß