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Matinee stimmt auf Karfreitag ein

Die Mozart Gesellschaft Dortmund präsentierte im Konzerthaus Dortmund eine Harfenistin als Stipendiatin. Auf dem Programm stand auch ein selten aufgeführtes Mozart-Werk.

Stipendiaten, die Harfe spielen, gab es bei der Dortmunder Mozart Gesellschaft in den vergangenen 70 Jahren selten. Die Französin, Séphora Foucher de la Fuente ist erst die dritte; am Sonntag stellte sich die 25-Jährige in der Matinee im Konzerthaus Dortmund als sehr sensible und mit sinnlichem Ton gestaltende Interpretin vor.

Der zweite Solist in Mozarts Konzert für Harfe, Flöte und Orchester war Ariel Zuckermann, der Dirigent der Kammerphilharmonie Ingolstadt, die früher das Georgische Kammerorchester war.

Viel französische Eleganz ließ die Harfenistin aus dem langsamen Satz klingen, und das Orchester ließ in kleiner Besetzung, mit nur 25 Musikern auch einen sanften zuweilen etwas trägen Atem durch das Werk wehen. Das war schade, weil dieses Mozart-Werk doch spritziger und mitreißender klingen kann.

Mit Trauerflor

Vorangestellt hatte das Orchester „Orawa“ von Wojciech Kilar aus dem Jahr 1986 – elf Minuten Minial Music, nicht besonders spannend komponiert und von den 15 Streichern gespielt. Diese vorletzte Matinee der Jubiläumssaison der Mozart Gesellschaft und die letzte vor Ostern stimmte nach der Pause schon auf Karfreitag ein. Haydns 49. Sinfonie „La Passione“ war der melancholische Ausklang, bei dem erst das muntere Presto-Finale Frühlings-Aufbruchstimmung vermittelt. Ariel Zuckermann dirigierte das Orchester mit kleinen Gesten, ohne Taktstock. Allerdings hatten die beiden Hornistinnen nicht ihren besten Tag.

Der „Danse sacrée“ und der „Danse profane“ bereiteten zuvor die Trauer-Stimmung vor. Zum wunderbar zarten und eleganten Ton der Harfenistin passten beide Werke perfekt. Eine japanische „fermata“ hatte Séphora Foucher de la Fuente als Zugabe vorbereitet; das Orchester dankte für relativ verhaltenen Applaus des Publikums mit einem Wiener Marsch von Kreisler.

* Julia Gaß