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Brasilianer gab Bruch viel Seele

Die Dortmunder Mozart Gesellschaft eröffnete die Saison feurig.

Die Württembergische Philharmonie Reutlingen ist fast schon Stammgast bei der Mozart Gesellschaft Dortmund. 2024 war das Orchester zuletzt mit seiner Chefdirigentin Ariane Matiakh zu Gast in einer Matinee. Am Sonntag hörte man in der ersten Matinee im Konzerthaus Dortmund, dass die Arbeit der Französin am Pult das Orchester weit nach vorne bringt. Die 46-Jährige dirigiert präzise, hat viel an der Klangkultur gearbeitet. Und sie lässt dem Orchester trotzdem sein Temperament.

In Kodálys „Tänzen aus Galántha“ zu Beginn hörte man die glühende Intensität, die die Schwaben in dieser ungarischen Musik zum Klingen brachten. Das klang so elegant wie feurig. Und am Schluss, in Mozarts drittletzter Sinfonie, lebte vor allem der quirlige Finalsatz von der großen Genauigkeit von Ariane Matiakh am Pult. Der vierte Satz aus Mozarts wohl berühmtestem Werk, der „Kleinen Nachtmusik“, war die Zugabe des Orchesters.

Der Solist, der brasilianische Geiger und Stipendiat Guido Sant‘Anna, entschied sich für eine Kreisler-Zugabe, in der er technische Bravour zeigen konnte. Zuvor ließ er das Violinkonzert von Bruch wunderbar frei klingen. Sehr ausdrucksstark und für einen 21-Jährigen reif im Ausdruck, klang der seelenwarm ausgespielte langsame Satz. Das Orchester begleitet mit viel Emphase.

Ein schöner Auftakt zur Saison der Mozart Gesellschaft Dortmund, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert.

* Julia Gaß